Zuallererst möchte ich Euch noch ein gutes neues und erfolgreiches Jahr 2012 wünschen. Viel Glück und Gesundheit…
Am 12. Oktober startete Apple mit der iCloud.
Eines der Bestandteile von iCloud ist “iTunes in der Cloud”.
Mit iCloud sind die Songs, die du bei iTunes kaufst, automatisch auf all deinen Geräten. Außerdem kannst du Songs laden, die du früher schon bei iTunes gekauft hast. Und alles, wo und wann du willst.
Am 16. Dezember startete dann auch in Deutschland “iTunes Match”, ein Bestandteil von iTunes in der Cloud.
Mit iTunes Match kannst du alles, was iTunes in der Cloud so praktisch macht, auch für die Songs in deiner Musiksammlung nutzen, die du nicht bei iTunes gekauft hast. iTunes Match ist direkt in iTunes auf deinem Mac oder PC oder in die Musik App auf deinen iOS Geräten integriert. Egal, ob Titel von einer deiner CDs oder Songs, die du nicht bei iTunes gekauft hast – iTunes Match speichert deine gesamte Musik. Für nur 24,99 € im Jahr.
Zuerst dachte ich mir, dass ich das Ganze nicht brauche und es für mich keinen Sinn macht. Nach und nach wurde ich jedoch neugierig und informierte mich über die genauen Funktionen und den Ablauf der Aktivierung.
Und so funktioniert’s: iTunes schaut, welche Songs in deiner Sammlung im iTunes Store erhältlich sind. Songs, für die es Treffer gibt, werden automatisch zu iCloud hinzugefügt. Und weil es im iTunes Store mehr als 20 Millionen Songs gibt, wartet deine Musik wahrscheinlich bereits in iCloud auf dich. Du musst nur laden, was iTunes nicht findet. Das geht viel schneller, als alles komplett neu hochzuladen. Sobald deine Musik in iCloud ist, kannst du sie an jedes deiner Geräte streamen und darauf speichern. Außerdem genießt du danach deine gesamte Musik in 256 KBit/s AAC-Qualität ohne DRM. Sogar dann, wenn die Qualität des Originals schlechter war.
So kam ich zu dem Entschluss, dass das Angebot ja doch nicht so schlecht sei. Immerhin kann man seine gesamte Musiksammlung in die Cloud packen und sich den lokalen Speicherplatz sparen. Trotzdem steht die Musik ohne jegliche Synchronisation auf allen Geräten zur Verfügung. Ausserdem kann man neue Musik auf jedem Gerät hinzufügen/kaufen, ohne verschiedene iTunes Bibliotheken abgleichen zu müssen, wie bisher.
Bevor ich iTunes Match aktivierte, untersuchte ich meine bisherige Musiksammlung. Ich untergliederte die Dateien in drei Kategorien.
- Alben
- Compilations
- Einzelne Songs
Ich erstellte eine neue iTunes Musik Bibliothek, aktivierte iTunes Match auf allen Geräten und importierte zuerst die Alben und anschliessend die Compilations.
Nach etlichen Stunden wurden von den ungefähr 10000 zuvor importierten Musikdateien circa 9000 im iTunes Store gefunden, der Rest wurde in die iCloud geladen. Dies entspricht einer Trefferquote von etwa 10 Prozent, was gar nicht so schlecht ist.
Nachdem iTunes Match mit seiner Arbeit fertig war, wollte ich die nun in der iCloud zur Verfügung stehende Musik lokal löschen. Dafür erstellte ich folgende intelligente Wiedergabeliste.
Ich markierte alle angezeigten Titel mit “Befehlstaste-A” und entfernte diese mittels “Wahltaste-Befehlstaste-Rückschritttaste”.
Dabei darauf achten, dass der Haken bei “…aus der iCloud löschen” nicht gesetzt ist.
Die Dateien können in den Papierkorb verschoben werden.
Nun waren lokal keine Musikdateien mehr vorhanden.
Als ich wenig später dann Musik aus der iCloud hören wollte, kam das böse Erwachen! Mir fiel auf, dass vereinzelt Titel ausgegraut waren und nicht abgespielt werden konnten. Es handelte sich um Titel, welche zuvor im iTunes Store gefunden wurden. Diese hatten nun den iCloud-Status “Warten”.
Stundenlange Versuche, eine Ursache und Lösung zu finden, führten zu Nichts, außer der Erkenntnis, dass ich mit diesem Problem nicht der Einzige bin. Es blieb mir nichts anderes übrig, als diese Dateien zu löschen. Insgesamt waren es über 3000 Stück! Dies hatte aber leider auch fatale Folgen für mich. Nun hatte ich etliche Alben und Compilations, welche nicht mehr vollständig waren. Also konnte ich auch diese Dateien aus der iCloud löschen.
Am Ende habe ich nun nicht einmal 5000 Titel in der iCloud, aber mit diesen funktioniert nun alles so, wie ich es erwartet habe.
Ich habe aber über die Hälfte meiner Musik verloren! WTF Apple!!!
Erst die Probleme im Oktober mit dem iOS 5 Upgrade und dem Umzug von MobileMe in die iCloud. Dann hab ich von Einigen gehört, die ihre Dokumente in der iCloud immer wieder verlieren, und jetzt noch sowas…
Als Empfehlung möchte ich Euch raten, die Musikdateien noch einige Tage aufzuheben und das Streamen und Herunterladen aus der Cloud zuvor mit mehreren Geräten zu testen, um solche Erfahrungen zu vermeiden!
Natürlich hätte ich normalerweise ein Backup auf meinem NAS gehabt. Da ich dieses aber momentan neu einrichte, habe ich wohl Pech gehabt… ![]()
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Entweder 90% Trefferquote oder 10% Fehlerquote
Ja, das Glas ist entweder halb voll oder halb leer…
Aber da ich ja viele Alben habe/hatte, die nicht zum Mainstream gehören, finde ich diese Quote ganz ok.
Hallo Christian,
sorry – aber für ein fehlendes Backup kann Apple nun wirklich nichts, oder?
Ich optimiere mich hier gerade auch mit iTunes Match und ja, das hat noch die eine oder andere Macke.
Zur Zeit importiere ich von 2 PCs gleichzeitig CDs nach iTunes um dann zu matchen… das geht nicht ohne Friktionen. Aber motzen tue ich deswegen nicht…!
Hallo Oli,
da hast Du natürlich Recht. Als paranoider IT-Spezialist hätte ich es natürlich wissen müssen und hätte die Dateien nicht sofort endgültig löschen dürfen. Am Ende muss ich mir hier natürlich selber in den Arsch beißen.
Nichts desto trotz hat iTunes Match und die iCloud, wie Du selber schon erkannt hast, noch die eine oder andere Macke. Wenn aber bereits gematchte Musik im Nachhinein wieder aus der iCloud verschwindet bzw. korrupt dort angezeigt wird, ist das schon übel. Vokalem, wenn man dafür auch noch bezahlt. Immerhin wird ja von Apple vorgeschlagen, die gefundenen Titel lokal zu löschen, um AAC Dateien mit 256 kBit/s aus dem iTunes Store zu erhalten.
Zusammenfassend sehe ich meinen Artikel mehr als Warnung/Empfehlung für andere an. Man kann der iCloud nicht wirklich trauen und darf auf ein permanentes Backup nicht verzichten. Dass ich meine halbe Musiksammlung verloren habe, muss ich mir selbst zuschreiben und deswegen muss ich auch damit leben, was ich auch verkraften werde.