HDR – High Dynamic Range

3. April 2010 | Veröffentlicht von Chris in Bildbearbeitung

Was ist HDR?

High Dynamic Range (HDR) ist eine Bezeichnung für Fotos mit gesteigerten Kontrastverhältnissen. Monitore können diesen Kontrastumfang jedoch nicht darstellen, deswegen wird dieser durch Tone-Mapping komprimiert und somit sichtbar gemacht. Die Low Dynamic Range (LDR) Bilder haben anschliessend einen sehr speziellen Effekt, welcher sich durch starke Konturen und hohe Bildschärfe auszeichnet.

Womit wird ein HDR erstellt?

Der große Dynamikumfang von HDR wird ermöglicht, indem eine Belichtungsreihe erstellt wird und diese anschliessend zu einem Bild zusammengesetzt wird. Für jeden Bildbereich wird die optimal belichtete Version verwendet und somit Über- und Unterbelichtung stark reduziert. Im Normalfall werden 3 Aufnahmen mit unterschiedlicher Belichtung (jeweils 2 Blendenstufen) erstellt.

Zusammensetzen und Tone-Mapping mit Photomatix Pro

Nachdem die 3 Bilder zu einem 32-Bit HDR zusammengefügt wurden, öffnet man den Tone-Mapping Dialog. Hier bietet Photomatix Pro zwei Methoden zur Dynamikkompression an.

Details Enhancer” benutzt einen lokal arbeitenden Algorithmus, der Bilddetails in Abhängigkeit von ihrem Umfeld berücksichtigt. Dies eignet sich besonders für kreative Bildbearbeitung.

Tone Compressor” wirkt global auf das ganze Bild und ist somit zwar schneller, liefert aber auch nicht so gute Ergebnisse. Manchmal werden diese Bilder eher als “natürlich” empfunden.

Einstellungen

Ich verwende hauptsächlich die “Details Enhancer” Methode und starte mit den Standardeinstellungen, welche sich über den Button Standard setzen lassen.

Stärke: Hiermit wird die Kontrastverstärkung eingestellt. Ein Wert von 100 liefert die maximale Verstärkung sowohl des lokalen als auch des globalen Kontrastes.

Farbsättigung: Regelt die Sättigung der einzelnen RGB-Farbkanäle. Dabei werden alle Kanäle in gleicher Weise angepasst.

Helligkeit: Verändert die Stärke der Tonwertkompression, welche letztlich die Gesamtbildhelligkeit beeinflusst. Bewegt man den Regler nach rechts in den positiven Bereich, wird das Bild aufgehellt. Neutrale oder negative Werte lassen das Bild etwas dunkler und natürlicher erscheinen.

Mikrokontrast: Hervorhebung von Bilddetails durch Verstärkung der lokalen Kontraste.

Glätten: Dieser Regler hat einen wesentlichen Einfluss auf den endgültigen Eindruck des Bildes. Ein hoher Wert glättet die Kontrastunterschiede im Bild, reduziert die Halos und sorgt für einen natürlicheren Gesamteindruck. Je niedriger der Wert, desto schärfer und künstlicher wirkt das Bild.

Tonwerte: Durch Weiß- und Schwarzpunkt werden die Lichter und Schatten beschnitten. Ein Blick auf das Histogramm ist hierbei sehr hilfreich. Dadurch lässt sich der Kontrast erhöhen.

Der Gammaregler lässt das Bild insgesamt heller oder dunkler erscheinen.

Farbtemperatur: Verändert die globale Farbtemperatur des Bildes. Positive Werte ergeben “wärmere” Farben, bei negativen Werten werden die Farben “kälter”.

Sättigung Lichter/Schatten: Korrigiert die Sättigung der Lichter und Schatten im Verhältnis zur Gesamtsättigung des Bildes.

Mikrokontrast/Lichter/Schatten glätten: Glättet die lokale Kontrastverstärkung. Dadurch kann das Bildrauschen in detailarmen Bereichen (z.B. Himmel) reduziert werden.

Selektiv können auch Lichter und Schatten geglättet werden.

Für die optimalen Einstellungen gibt es kein Erfolgsrezept. Diese muss man durch Herumprobieren für jedes Foto individuell finden.

Abschliessend noch der Vergleich zwischen dem “normalen” Foto und dem komprimierten HDR-Bild.

Seid Ihr neugierig geworden, könnt Ihr Euch hier noch einige HDR Fotos von München anschauen.

HDR München - View this group's most interesting photos on Flickriver

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