Seagate FreeAgent GoFlex
27. Februar 2011 | Veröffentlicht von in InfrastrukturVor einiger Zeit wurde ich von Seagate gefragt, ob ich nicht das neue GoFlex Sortiment testen und eine Bewertung schreiben möchte.
Da Speicher eines der zentralsten Elemente in der elektronischen Datenverarbeitung ist und somit essentiell wichtig, habe ich dem natürlich zugestimmt.
Neben dem reinen Produkttest war für mich zudem wichtig herauszufinden, wie sich die GoFlex Produkte neben meinem NAS Gerät und dem Dienst „Dropbox“ optimal in meine Arbeitsweise integrieren lassen, um maximale Produktivität zu erreichen.
Nun aber erstmal zum eigentlich Produkttest. Mir wurden kostenlos folgende Produkte zugesandt.
- Seagate FreeAgent GoFlex schwarz 320GB, USB 2.0
- Seagate FreeAgent GoFlex Net Media Sharing Device, Gb LAN
Seagate FreeAgent GoFlex
Zuerst habe ich die Festplatte unter die Lupe genommen.
Im Lieferumfang befinden sich unter anderem die ultraportable Festplatte mit einer Speicherkapazität von 320GB, ein USB 2.0 Schnittstellenadapter und ein USB 2.0 Kabel. Die Festplatte hat eine Größe von 111x83x14mm (HxBxL) und wiegt 150g. Damit ist sie schön klein und handlich, kann problemlos mitgenommen und leicht verstaut werden. Der Schnittstellenadapter wird über einen SATA Anschluss mit der Festplatte verbunden.
Das Design gefällt mir sehr gut. Die Oberfläche ist im schwarzen Klavierlack-Look, der Boden matt, die Ecken und Kanten sind schön abgerundet. Wie schmutz- und kratzempfindlich die Oberfläche ist, wird sich erst mit der Zeit zeigen.
Standardmäßig ist die Festplatte mit einem NTFS Filesystem ausgestattet, ein NTFS Treiber von Paragon für Mac OS X liegt auf der Platte bei. Da ich privat ausschließlich Mac OS X verwende, habe ich die Festplatte jedoch mit dem Festplatten-Dienstprogramm neu partitioniert (GUID-Partitionstabelle und Mac OS Extended – Journaled).
Nun kann die Festplatte im read/write Modus gemountet und verwendet werden, ohne dass weitere Software oder Treiber installiert werden müssen.
Optional erhältlich sind Upgrade Kabel, um die Festplatte auf USB 3.0, eSATA oder FireWire 800 zu erweitern. Das ist sehr praktisch. So kann die Festplatte leicht an die gerade benötigte Schnittstelle angepasst und damit die Geschwindigkeit erhöht werden.
Der USB Schnittstellenadapter ist zusätzlich mit LEDs ausgestattet, die bei einem Zugriff auf die Festplatte pulsieren.
Natürlich wollte ich wissen, wie schnell die Festplatte mit USB 2.0 am Macbook Pro ist. Also kopierte ich mit dem Kommando „dd“ 1GB Daten, dabei ergaben sich folgende Datenraten.
dd if=/dev/zero of=/Volumes/Seagate\ 320GB/test bs=1m count=1024 dd if=/Volumes/Seagate\ 320GB/test of=/dev/null
Write: 28,63 MB/s; Read: 34,83 MB/s
Dies sind normale Werte für eine externe USB 2.0 Festplatte.
Seagate FreeAgent GoFlex Net
Im nächsten Schritt habe ich die Media-Sharing-Lösung in Betrieb genommen.
Im Lieferumfang befinden sich unter anderem die Docking Station für zwei ultraportable GoFlex Festplatten und ein weiteres USB Speichergerät sowie ein Stromkabel und ein Ethernet Kabel.
Das Design entspricht dem der Festplatte.
Mit Hilfe des kostenlosen Dienstes „Pogoplug“ kann jederzeit von überall über das Internet und im lokalen Netzwerk auf die gespeicherten Daten zugegriffen werden. Dies geschieht entweder mittels Webbrowser, einer kostenlosen App für die gängigsten Mobile Devices (iPhone/iPod touch/iPad, Blackberry, Palm Pre und Android) oder der Software „Pogoplug Drive“ für Windows, Mac und Linux. Mit diesem Dienst können Inhalte auch für Andere freigegeben werden.
Zur Aktivierung ist eine Internetverbindung erforderlich. Dazu muss man die Aktivierungsseite unter www.seagate.com/activatemygoflexnet besuchen.
Nach der Aktivierung kann man sich unter http://goflexnet.pogoplug.com anmelden und das Gerät sowie die Daten verwalten. Leider ist auch hierfür stets eine Internetverbindung nötig.
In den Einstellungen ist es möglich, Samba zu aktivieren. Dabei werden jedoch alle Daten auf der Festplatte allen Benutzern (Gastkonto) im lokalen Netzwerk zur Verfügung gestellt. Somit ist dieses Feature aus sicherheitsrelevanten Gründen nicht benutzbar und bleibt deaktiviert! Hier sollte auf jeden Fall vom Anbieter eine Benutzerverwaltung hinzugefügt werden. Scheinbar gibt es die Möglichkeit, über den SSH-Zugang die Samba-Konfiguration anzupassen, das habe ich aber nicht weiter untersucht.
Über die Kontoeinstellungen für soziales Netzwerk können Änderungen auf der Platte mit einem entsprechenden Zugriffslink auf Twitter, Facebook und MySpace veröffentlicht werden. Da ich dieses Feature nicht benötige, bleibt auch dieses deaktiviert.
Über die Medieneinstellungen kann der Zugriff auf Musik, Filme und Fotos konfiguriert und optimiert werden. Da ich aber keine Medien auf der Platte speichere, habe ich alle Funktionen deaktiviert. Damit wird auch nicht jedes Mal die Festplatte nach neuen Mediendateien gescannt.
Über die Sicherheitseinstellungen kann die Sicherheit erhöht sowie der SSH Zugang freigeschalten werden. Ich habe alle drei Optionen vorsorglich aktiviert.
In den Upload- und Druckeinstellungen können Dienste aktiviert werden, mit denen per E-Mail Dateien auf die Platte bzw. den angeschlossenen Drucker gesendet werden können. Da ich auch diese Funktionen nicht benötige, bleiben diese deaktiviert.
Zudem besteht die Möglichkeit, zur Datensicherung eine Synchronisierung von zwei Ordnern der angeschlossenen Festplatten zu aktivieren. Sobald eine Änderung auf der Quellenseite erkannt wird, wird diese auf die Zielseite übertragen.
Komfortabler als über die Weboberfläche ist der Zugriff auf die Platte mittels der Software „Pogoplug Drive“ welche über die Downloads erhältlich ist.
Nach dem Installieren und Einrichten der Software erscheint die Festplatte wie direkt angeschlossen im Finder. Bedauerlicherweise funktioniert das selbst im lokalen Netzwerk nur mit bestehender Internetverbindung.
Natürlich wollte ich auch wissen, wie schnell die Festplatte über Gigabit LAN ist. Also kopierte ich wieder mit dem Kommando „dd“ 1GB Daten, dabei ergaben sich folgende Datenraten.
Write: 28,20 MB/s; Read: 42,58 MB/s
Die Überraschung war, dass die Transferraten über Netzwerk schneller sind, als über USB 2.0. Dies ist jedoch nicht wirklich verwunderlich, da Gigabit-Ethernet nominell mit seiner namensgebenden Bruttotransferrate von einem Gigabit pro Sekunde (125 Megabyte/s) die Nase weit vorn hat, verglichen mit dem etwa halb so schnellen USB 2.0 (480 MBit/s).
4 LEDs zeigen den Füllstand der eingesteckten Festplatten.
Zum Entnehmen der Festplatte sollte man diese vorher auswerfen, dies geht jedoch nur über die Weboberfläche. Hier wäre eine Eject-Taste wünschenswert.
Workflow und Fazit
Zu guter Letzt habe ich überlegt, wie ich diese Produkte am effektivsten einsetzen kann.
Das erste was auffällt ist, dass diese Lösung weder mit einem NAS, noch mit „Dropbox“ oder einer reinen externen Festplatte direkt vergleichbar ist. Es ergeben sich gegenüber den anderen Lösungen diverse Vor- und Nachteile.
Der größte Vorteil ist die maximale Flexibilität, das Kernfeature der Produkte. Durch die Mobilität der Lösung und der Verfügbarkeit diverser Schnittstellen kann zudem immer die maximale Geschwindigkeit genutzt werden. Auch der Speicherplatz kann leicht durch weitere bzw. größere Festplatten erweitert werden. Sehr schön ist, dass nach Einstecken der Festplatte in die Dockingstation sofort die letzten Änderungen auf die per USB angeschlossene Festplatte gesichert werden. Hier würde ich mir noch die Möglichkeit wünschen, ein Backup auf ein SMB/AFS Netzwerk-Share einrichten zu können. Außerdem kann auch per LAN/Internet auf die Festplatte zugegriffen werden, dies kann aber zu Hängern bei schlechter Verbindung führen.
Somit eignet sich diese Festplatte optimal für die Verwaltung meiner Fotos und Kataloge im Lightroom Workflow an mehreren Rechnern.
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